aktuelle Projekte:
Geistliche Concerti aus dem Prompturarii musici des Joannes Donfrid:
• O Magnum Mysterium: Geistliche Konzerte durchs Kirchenjahr
• Noe Noe: Weihnachtliche Concerti
aus dem Repertoire:
• O dulcis amor: Komponistinnen des Seicento
• The glit’ring Queen of Night: Henry Purcell zum 350. Geburtstag
• Susanne un jour: Orlando di Lasso im Spiegel seiner Zeit
Eine Übersicht über unser komplettes Repertoire finden Sie in unserem Gesamtprospekt, den wir Ihnen auf Nachfrage gerne als pfd-Datei oder per Post zuschicken.
Aus dem Promptuarii Musici des Joannes Donfrid:
Johannes Donfrid (1585-1654) ist uns heute v.a. durch seine Sammeldrucke geistlicher Konzerte bekannt. Als Schulmeister und Rektor der Lateinschule in Rottenburg/Neckar ließ er seine Sammlungen in Straßburg drucken. Dort veröffentlichte er u.a. in den 20er Jahren des 17. Jh. unter dem Titel "Promptuarii Musici" 692 geistliche Konzerte für zwei bis vier Sänger und Basso Continuo, und weist sich damit als einer der größten Sammler seiner Zeit aus.
Einhundertsechzehn verschiedene Komponisten zitiert er darin, sie stammen aus dem heutigen Österreich und aus den Niederlanden, der Schweiz und Kroatien; in den Programmen vertreten sind weiterhin solche aus Deutschland (Hassler), Spanien (Victoria), Frankreich (Bernardi), England (Philips) und natürlich Italien (Monteverdi, Agazzari etc.).
Eine wahrhaft europäische Sammlung!
Die Aufführung erfolgt z.T. in originaler Besetzung, oft machen auch die Instrumente von der aufführungspraktischen Möglichkeit Gebrauch, texttragende Passagen zu spielen. Daneben erklingen wie in allen Konzerten der Gruppe Bearbeitungen der Stücke im Stile zeitgenössischer instrumentaler Solosonaten oder Intavolierungen.
O Magnum Mysterium
Das Programm folgt der Donfridschen Anlage des Promptuarii Musici durchs Kirchenjahr, beginnend mit weihnachtlichen Stücken, endend mit D’India zu Allerheiligen. Um die Stücke der bekanntesten vertretenen Komponisten (Monteverdi, Hassler, Viadana, Marenzio) gruppieren sich solche ihrer uns heute eher unbekannteren Landsleute (Bernardi, Mezzogorri) - darunter das einzige Solokonzert der Sammlung, verschiedene Erstdrucke und Unica (Monteverdi, O bone Jesu).
Noe Noe
Aus der Anlage dieser Sammlung, nämlich aus derem ersten und dritten Teil, wählt das Programm Stücke zur Weihnachtszeit in der Abfolge der Feiertage. Um die Stücke der bekanntesten vertretenen Komponisten (Monteverdi, Agazzari, Victoria, Lasso) gruppieren sich solche ihrer uns heute eher unbekannteren Landsleute (Benn, Baccinetti) – darunter verschiedene Erstdrucke und Unica der Sammlung , und schließlich das einzige Stück einer weiblichen Komponistin (Assandra, Impetum fecerunt).
Besetzung: Sopran, Baß, Blockflöte, Viola da Gamba, Cembalo/Orgel, Chitarrone, Violone
The glit’ring Queen of Night
Henry Purcell zum 350. Geburtstag
Zum 350. Geburtstag Henry Purcells präsentiert La Villanella Basel ein Programm voller Liebeslieder und festlicher Musik. Der typisch englischen Freude am Catch wird ebenso nachgegangen wie ihrer Neigung zum Ground und ihrer Liebe zur Melancholie.
Henry Purcell war vermutlich das Patenkind von John Hingeston, der im Programm mit Gambensoli vertreten ist. Seine Beziehung zu John Blow scheint lange und nahe gewesen zu sein – Blows „Ode on the death of Mr. Henry Purcell“ läßt dies ebenso vermuten wie diverse Widmungen in Blows Sammlung „Amphion Anglicus“, wo er als Lehrer des berühmten Purcell hoch gepriesen wird („Great Master of... Harry the Great, the Blest!“).
Blows „Amphion Anglicus“ (1700) ist neben Purcells posthum veröffentlichten „Orpheus Britannicus“ (1698, 1702) die Hauptquelle für die Gesangsstücke. Die Catches (Kanons) sind sämtlich aus „The Catch Club or Merry Companions“ entnommen. Vorlagen für die Instrumentalstücke sind z.T. Manuskripte. Alle Stücke werden aus Faksimiles musiziert, in diesem Programm wird auf moderne Editionen völlig verzichtet.
Besetzung: Sopran, 2 Blockflöten, Viola da Gamba, Cembalo
Werke: Henry Purcell, Daniel Purcell, John Blow, William Croft, Micheal Wise, John Hingeston und Richard Brown.
O dulcis amor
Komponistinnen des Seicento
Das 17. Jh. ist eine Epoche, die erstmalig in der Geschichte Frauen ein breites Betätigungsfeld in der Musik eröffnet. Die humanistischen Ideale der Renaissance hatten der Frau einen neuen Platz in der Gesellschaft erschaffen. Baldassare Castiglione beschreibt sie uns 1528 als anmutig und schön, gebildet wie der Mann in Literatur, Musik und Tanz, fähig zur Konversation, intelligent und unterhaltsam. Auch die Diskussionen der Accademia degli Incogniti kreisten um die Themen Frau und Liebe. Man ging sogar soweit, die Überlegenheit des Weiblichen durch Gefühl und Zärtlichkeit über die heldenhaften Tugenden des Männlichen zu propagieren, und physische Kraft letztendlich als Zeichen der Unterlegenheit zu werten. Die Institutionalisierung von Konzerten im Rahmen der Frauenklöster erklärt sich aus der Faszination, die die Frauenstimmen auf das Publikum ausübten, "so überaus reizend, daß sie von Engeln oder Sirenen stammen mochten, die die Bürger Mailands verführten, ihnen zuzuhören" (Paolo Morigia, La nobilità di Milano, 1595)
Besetzung: Sopran, Blockflöte, Viola da Gamba, Cembalo/Orgel, Chitarrone
Werke: Barbara Strozzi, Isabella Leonarda, Caterina Assandra, Vittoria Aleotti, Francesca Caccini
Susanne un jour
Orlando di Lasso im Spiegel seiner Zeit
"Susanne un jour" war einer der größten Hits des 16. Jahrhunderts. Es ist die Vertonung der pikanten, alttestamentarischen Geschichte über die Dorfschönheit Susanna, zwei liebestolle Richter und den Propheten Daniel. Unter diesem Thema vereinen La Villanella Basel und Stimmwerck Originalkompositionen und Bearbeitungen von Zeitgenossen Orlando di Lassos in einer ungewöhnlichen Kombination von männlichem Vokalensemble und weiblichen Instrumentalsolisten.
Das Ergebnis ist ein unvergleichliches Hörerlebnis.
Dieses Programm entstand anlässlich des MDR-Musiksommers – Straße der Romanik 2005, auf dessen Anfrage La Villanella Basel ein Lassus-zentriertes Konzertprogramm entwarf und wo es zum erstenmal aufgeführt wurde. Zusammen mit dem Vokalensemble Stimmwerck und Aeolus haben sie im April 2007 das Programm auf CD aufgenommen.
Besetzung: In Kooperation mit dem Vokalensemble STIMMWERCK Contratenor, 3 Tenöre, Baß, Blockflöte, Laute, Viola da Gamba, Cembalo/Orgel
Werke: Orlando di Lasso, Palestrina, Selma, Rognoni u.a.
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